aps-Magazin 1/2018

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Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

Lehrermangel in Grundschulen verschärft sich

Die Schülerzahlen steigen, die Klassen werden heterogener und viele erfahrene Lehrkräfte gehen in den Ruhestand. Während an den weiterführenden Schulen erst gegen Mitte des nächsten Jahrzehnts ein Lehrerengpass entstehen wird, spüren die Grundschulen schon heute den Schüler-Boom. Unsere Studie zeigt, dass bereits bis 2025 ca. 35.000 Lehrkräfte in Grundschulen fehlen. (https://www.bertelsmann-stiftung. de/de/themen/aktuelle-meldungen/2018/januar/ lehrermangel-in-grundschulen-verschaerft-sich/)

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender unserer Partnerorganisation, des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), wirft der Politik schwere Versäumnisse vor: „Die Berechnungen zeigen: Während der Bedarf steigt, kann die Personalplanung nicht einmal im Ansatz mithalten. Bis 2025 werden 105.000 Lehrkräfte an Grundschulen benötigt, es werden aber nur 70.000 Absolventinnen und Absolventen bis dahin ihr Studium abschließen. Das ist planerischer Wahnsinn, den die Politik zu verantworten hat. Zugleich ist das ein nicht zu verantwortender Eingriff in die Zukunftschancen der Jugend. Allzu lange wurden die Warnungen der Gewerkschaften von der Politik leichtfertig vom Tisch gewischt und der sich abzeichnende Personalmangel schöngeredet.“

Auch in Österreich wurden unsere gemeinsamen Warnungen vor drohendem Lehrer/-innenmangel (gemeinsame Pressekonferenz am 20.11.2008 GÖD, VBE und LCH – Schweiz mit dem Titel „3 Länder – 1 Problem – 15 Jahre Zeit – bis zu 600.000 Leh- rer/-innen gesucht“) von der Politik belächelt, ignoriert und sogar als Blödsinn abgetan. Wohin das führt, sehen wir an der Situation in Wien. Mehr als 1.500 Dienstposten können nicht mit ausgebildeten Lehrer/-innen besetzt werden. Über kurz oder lang wird das Problem in ganz Österreich spürbar werden.

Martin Höflehner