aps-Magazin 2/2018

APS-Magazine können nur von angemeldeten Benutzern durchgeblättert und von Gewerkschafts-Mitgliedern geladen werden.

Sprachförderung: Es ist unumstritten, dass eine erfolgreiche Sprachförderung der Schlüssel zu Schulerfolgen und damit zu einer leichteren Integration in alle beruflichen und gesellschaftlichen Bereiche ist. Daher ist die Initiative des Bildungsministeriums, sich der Sprachförderung intensiver anzunehmen, absolut begrüßenswert.

Leider ist der Begutachtungsentwurf zur Sprachförderung als nicht ganz gelungen zu bezeichnen, enthält viele Ecken und Kanten und stellt aus meiner Sicht viele Schulen vor unlösbare Probleme (unsere Stellungnahme zu diesem Entwurf finden Sie auf den Seiten 6 bis 8).

Besonders schade finde ich, dass alle Beteiligten die unterschiedlichen Meinungen zu diesem Entwurf nicht zu einer sachlichen Diskussion mit dem Ziel, die Texte so zu verändern, dass dadurch eine sinnvolle und vor allem machbare Sprachförderung in den Schulen möglich wird, nutzen.

Stattdessen richten einander Regierungsparteien und Oppositionsparteien in Bund und Ländern über Presseaussendungen „Freundlichkeiten“ aus. Beispiele dazu:

  • „Die vom Bund vorgesehenen Deutschklassen sind pädagogisch widersinnig, stellen die Schulerhalter vor unlösbare Aufgaben und sorgen dafür, dass bestehende Klassen zerrissen werden – davon ist jedenfalls Wien überzeugt.“
  • „Verleugnen, verzögern, verhindern – so geht die Stadt Wien mit Problemen und konstruktiven Lösungsvorschlägen um.“
  • „Statt sicherem Spracherwerb und dem Abbau kultureller Barrieren droht durch Schwarz-Blau die Ghettobildung im Kindesalter.“
  • „Immer mehr Schüler können nicht ausreichend Deutsch. Das ist die Rechnung für das jahrelange Versagen der rot-grünen Bildungspolitik.“

Das ist für mich Zeitverschwendung, viel wichtiger wäre es, gemeinsam an einem Tisch gangbare Wege für eine gute Sprachförderung zu finden.

Martin Höflehner