aps-Magazin 4/2016

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In der September-Ausgabe 2011 des aps-Magazins schrieb mein Vorgänger als Stellvertretender Vorsitzender und Chefredakteur Rudolf Mayer anlässlich der Vorstellung des Arbeitsprogrammes 2011 bis 2015 folgende Einleitung:

Die Aufforderung „Lasst die Schule in Ruhe arbeiten!“ kennen wir schon fast seit zwei Jahrzehnten. Ein paar Absätze weiter unten war zu lesen: Lehrer/-innen und Schüler/-innen dürfen keine Versuchsobjekte sein, mit denen laufend Versuchsballons gestartet werden, die sich nach kurzer Zeit wieder als „Vehikel“ ohne Motor erweisen. 

Beim Schreiben des Arbeitsprogrammes für 2016 bis 2021 kamen mir diese Zeilen immer wieder in den Sinn. In dieser Zeit wurde der Ausführungserlass zur Umsetzung der Grundschulreform ab dem Schuljahr 2016/17 vom Bundesministerium für Bildung (BMB) erstellt und an die Länder verteilt. Kurz danach kam der Erlass zur Umsetzung sowie Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung der Sprachförderkurse/Sprachstartgruppen aus dem Ministerium.

Diese Erlässe waren noch nicht in den Schulen, eine Umsetzung, geschweige denn eine Evaluation kann noch nicht stattgefunden haben, medial ist das aber alles schon Schnee von gestern. 

Jetzt geht es um die Schulautonomie – laut Aussage einiger Politikerinnen und Politiker sollen die entsprechenden Gesetzesänderungen noch in diesem Jahr in den Ministerrat.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass „speed kills“ eindeutig die Oberhand über „Lasst die Schule in Ruhe arbeiten!“ gewonnen hat.

Martin Höflehner