aps-Magazin 5/2018

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THEMENVERFEHLUNGEN

Autonomie – als Autonomie bezeichnet man den Zustand der Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, Selbstverwaltung oder Entscheidungs- bzw. Handlungsfreiheit.

Am 15. September 2017 wurde das Bundesgesetzblatt veröffentlicht, das alle von der letzten Regierung beschlossenen Gesetzesänderungen, die zum Bildungspaket zusammengefasst wurden, enthielt. Dieses Paket wurde als „Autonomiepaket“ bezeichnet. Betrachtet man das ganze Paket genauer, sieht man, dass es sich bei den 102 Seiten Gesetzestext bis auf ganz wenige Ausnahmen um strukturelle Belange handelt, die nichts mit Schulautonomie zu tun haben. An der Spitze dieses Eisberges an organisatorischen Maßnahmen steht das 37 Paragrafen umfassende Bundesgesetz über die Einrichtung von Bildungsdirektionen in den Ländern (Bildungsdirektionen-Einrichtungsgesetz – BD-EG).

Bei ganz genauer Betrachtung dieses Gesetzeskonvoluts habe ich doch noch etwas gefunden, das die Schulen autonom entscheiden können – mit der Aufhebung aller Höchst-, Eröffnungs- und Teilungszahlen ist es endlich möglich, größere Klassen und Gruppen zu bilden. Dies führt sicher zu einer enormen Erleichterung der Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen.

Pädagogik – Pädagogik ist die Bezeichnung für eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Theorie und Praxis von Bildung auseinandersetzt. Die jetzige Regierung hat am 4. 10. 2018 zwei Teile (Leistungsbeurteilung und Adaptierung des Wiederholens von Schulstufen in der Volksschule und Weiterentwicklung der NMS) des sechs Teile umfassenden „Pädagogikpakets“ in Begutachtung geschickt. Bei genauerer Durchsicht geht es mir wie beim „Autonomiepaket“, ich finde nicht wirklich etwas, das dem Namen „Pädagogikpaket“ gerecht wird.

Martin Höflehner