aps-Magazin 6/2017

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Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

Am Tag vorm Schreiben dieser Zeilen wurde in der ZIB 1 eine kolportierte Liste mit möglichen Personen, die Bildungsministerin bzw. Bildungsminister präsentiert. Die dort genannten Namen haben mich nicht gerade in eine ruhige Adventstimmung versetzt. Verstärkt wurde mein mulmiges Gefühl noch dadurch, dass unser Ressort scheinbar so unwichtig ist, dass es als „Jongliermasse“ zwischen ÖVP und FPÖ dient.

Vielleicht bin ich ungerecht und die Person, die dann tatsächlich das Bildungsministerium führen wird, erweist sich als ausgezeichnete Bildungsministerin / ausgezeichneter Bildungsminister. Es ist ja bald Weihnachten, eine vorweihnachtliche Überraschung (oder gar Wunder) wäre zu wünschen.

Die Vorzeichen dafür stehen jedoch denkbar schlecht, zum wiederholten Mal hört man im Bildungsbereich auf selbsternannte Expertinnen und Experten und verzichtet auf die Meinungen der vielen Lehrerinnen und Lehrer, die täglich in der Klasse stehen, alle Herausforderungen kennen und damit die wahren Fachleute wären.

Auf die Führung des Bildungsressorts kommen in den nächsten Jahren viele Herausforderungen zu (Umsetzung des Bildungsreformgesetzes, Beginn der Induktionsphase ab dem Schuljahr 2019/20, eine Vielzahl von Ruhestandsversetzungen bzw. Pensionierungen und vieles mehr). Wir brauchen daher eine Person an der Spitze, die in der Lage ist, all dies in den Schulen so umzusetzen, dass die grenzwertige Belastung der Lehrerinnen und Lehrer nicht noch weiter steigt.

Hoffentlich trügt mich mein nicht allzu gutes Gefühl und es passiert (bzw. ist schon passiert, wenn Sie diese Zeilen lesen) tatsächlich ein vorweihnachtliches Wunder. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen und Ihren Familien allen frohe Weihnachten und alles Gute für das Jahr 2018.

Martin Höflehner