GÖD-Forum 2012

04.10.2012 bis 05.10.2012

Die Gewerkschaft der Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer hat in Kooperation mit der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst anlässlich des Welttages der Lehrerinnen und Lehrer am 4. und 5. Oktober 2012 zwei pädagogische Tage mit dem international bekannten österreichischen Genetiker Dr. Markus Hengstschläger im Rahmen einer Sitzung der erweiterten Bundesleitung abgehalten. Höhepunkt war dabei eine Abendveranstaltung am 4. Oktober im Saal der "Salzburger Nachrichten", unter dem Motto "Die Durchschnittsfalle" als Trendwende in der Pädagogik, in Anlehnung an den jüngsten Bestseller Hengstschlägers. 

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer, Paul Kimberger, stellte fest, dass in Österreich die Indikatoren für einen Mangel an hoch kompetenten Bildungspolitikerinnen und Bildungspolitikern mehr als besorgniserregend und schon längere Zeit nicht mehr zu übersehen sind. Demokratische Gesellschaften stehen in der Pflicht, anspruchsvolle und qualitativ hochstehende Bildungseinrichtungen mit differenzierten Angeboten über die gesamte pädagogische Bandbreite zu gewährleisten. Leistungsfähige Schulen sind Basis und Grundvoraussetzung für die Zukunftsfähigkeit einer pluralistischen Gesellschaft. 

Mit unserem Handeln, unserem Engagement und "Know-how" leisten wir Lehrerinnen und Lehrer an Österreichs Schulen den entscheidenden Beitrag, unseren Kindern und Jugendlichen bessere Zukunftschancen zu ermöglichen. Zu diesem Anspruch an unseren Beruf als Pädagoginnen und Pädagogen bekennen wir uns uneingeschränkt. Daher brauchen wir für unsere Schulen die beste Bildungspolitik, gemacht von den besten politischen Köpfen unseres Landes, forderte Kimberger. Faule Kompromisse, billiger Populismus, Sparen am falschen Ort und pädagogische Kurzsichtigkeit führen zu Qualitätsverlusten in unserem Bildungssystem. Das können wir uns angesichts der hohen Bedeutung der Bildung für den Wohlstand und die Zukunft unseres Landes nicht leisten.

Das bedeutet, dass eine gleichwertige Ausbildung für alle pädagogischen Berufe auf Masterniveau selbstverständlich werden muss. Die Kolleginnen und Kollegen benötigen neben einer klaren Aufgabenbeschreibung, die auf einer neuen Lehrer-Arbeitszeit-Studie aufbauen soll, ausreichende Unterstützung durch international vergleichbare Support-Systeme. Und die Bezahlung für Lehrerinnen und Lehrer muss so gestaltet werden, dass sie deren wichtigen Aufgaben entspricht. Durch einen gesellschaftlichen Konsens endlich genügend Geld für Bildung und Schulen bereitzustellen ist in Österreich, einem der reichsten Länder dieser Erde, ja nicht eine Frage, ob man sich das leisten kann, sondern vielmehr eine Frage, ob man sich das leisten will, meint Kimberger abschließend